Gestern fand ja eine Anhörung zu Anträgen der Grünen und der Linken zur Modifikation des Entgeltsystems im Gesundheitsausschuss des Bundestages statt. Finden Sie anbei die schriftliche Stellungnahme, die ich dort vor meiner Anhörung als Sachverständiger eingereicht habe.

Die Ausgangslage für die Anhörung war insofern ungewöhnlich, als die Bundesregierung, die ja noch bis vor etwa 10 Tagen offiziell keinen Änderungsbedarf sah, schon am Dienstag, also vor der Anhörung, selbst einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, der vorsieht, dass der gesamte Entwicklungsprozess (Optionsphase, budgetneutrale Phase und Außerkraftsetzung der PsychPV) um 2 Jahre prolongiert wird. Zusätzlich ist geplant, 2015 und 2016 die Optierung mit erheblichen ökonomischen Anreizen zu versehen.

Vergangene Woche haben wir über eine Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer zum Entgeltsystem und zur Petition von Pandora e.V. informiert.
Zusammen mit einer Reihe relevanter Fachgesellschaften und -verbände haben wir einen offen Brief an die BPtK verfasst, der hoffentlich einiges richtig stellen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Thomas Pollmächer
BDK Vorsitzender

 Weiterlesen

Seit langem setzt sich die Bundesdirektorenkonferenz zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden dafür ein, dass das derzeit in Erprobung befindliche Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser vor seiner endgültigen Einführung grundlegend verbessert und überarbeitet wird, weil sowohl der ordnungspolitische Rahmen als auch der aktuelle PEPP Entgeltkatalog schwer Kranke benachteiligen, sinnlose Drehtüreffekte erzeugen und die regionale Pflichtversorgung gefährden werden.

Im Koalitionsvertrag ist eine grundlegende Überarbeitung des Systems vereinbart, allerdings in schwer greifbaren Formulierungen.

Initiative der Verbände zum neuen Entgeltsystem

Die unterzeichnenden Verbände sind in ernster Sorge, dass die Qualität des Versorgungssystems für Menschen mit psychischen Erkrankungen durch den im PsychEntG gesetzten ordnungspolitischen Rahmen und den vom Bundesministerium für Gesundheit per Ersatzvornahme in Kraft gesetzte PEPP-Entgeltkatalog stark gefährdet ist.

Die Verbände begrüßen und unterstützen das Bemühen des Gesetzgebers die Grundlagen der Abrechnung von psychiatrischer, kinder-und jugendpsychiatrischer und psychosomatischer Behandlung zu modernisieren. Der mittels Ersatzvornahme durch den Bundesminister für Gesundheit in Kraft gesetzte PEPP-Katalog zeigt leider jedoch so ausgeprägte systematische Mängel, dass mit einer Reifung durch Anwendung und schrittweise Anpassung im Sinne eines lernenden Systems nicht gerechnet werden kann. Hingegen bedarf es fundamentaler Anpassungen der Kalkulationssystematik.

Am 12. Juni hat bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ein Diskussionsforum zum Thema Neues Entgeltsystem stattgefunden. Zur Vorbereitung haben nahezu alle relevanten Verbände und der redaktionellen Führung von ACKPA und BDK (Deister/Pollmächer) ein kurzes Positionspapier konsentiert, welches Sie im folgenden weiter unten finden.

Es ist erfreulich und bemerkenswert, dass gemeinsam ein Abrücken vom Diagnose- und Fallbezug der Entgelte zugunsten aufwandsbezogener, auf Tagesbasis kalkulierter Entgelte gefordert wird. Wie die Diskussion in der DKG zeigte, stößt dieses Konzept dort aber nach wie vor nur teilweise auf offene Ohren und man hängt weiterhin sehr am vom DRG System gewohnten Diagnose- und Fallbezug. Aber ... steter Tropfen höhlt den Stein, insbesondere, wenn alle Tropfen auf die gleiche Stelle fallen.

Thomas Pollmächer

Copyright © 2018 Bundesdirektorenkonferenz (BDK). Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com