Dr. med. Iris Hauth, Vorsitzende BDKSehr geehrte Kolleginnen,
Sehr geehrte Kollegen,

nach Veröffentlichung der OPS durch das DIMDI Ende Oktober 2009 und dem Abschluss der Vertrages der GKV und DKG und PKV zu den Grundlagen des neuen Entgeltsystems mussten alle psychiatrischen Kliniken zunächst den angesichts der Formulierung im § 17 d SGB V nicht erwarteten Paradigmenwechsel, der von der Politik für 2013 vorgesehen ist, zur Kenntnis nehmen.
Nicht mehr die normative PsychPV, sondern ein transparenteres leistungsgerechtes Entgelt wird angestrebt. Zur dessen Vorbereitung müssen alle Kliniken bis 1.1.2010 eine tagesgenaue Einstufung zur Klassifikation der Patienten nach PsychPV sowie eine die Realitäten abbildende Dokumentation der Therapien vornehmen, die spätestens zum 1.7.2010 als Psych-OPS-Kodes kodiert und am Ende jeder Behandlung den Krankenkassen und dem InEK übermittelt werden.

Proteste aller Fachgesellschaften - so auch der BDK, die sich in Briefen an das Bundesministerium und an die Partner der Selbstverwaltung gerichtet haben, führten dazu, dass die Selbstverwaltungspartner beim BMG vorstellig wurden. Das BMG forderte DKG und GKV auf, einen Revisionsvorschlag bis zum 15.02.2010 vorzulegen mit dem Ziel der Reduktion der Bürokratisierung. Dies ist zeitgerecht geschehen und hat eine Entkoppelung von Psych-OPS und Therapieeinheiten zum Schwerpunkt. Diese Maßnahme führt, wenn sie vom BMG als unterjährige Revision zugelassen wird, zu einer Reduktion der Kodes und vor allem aus meiner Sicht zu einer Relativierung der Bedeutung der Therapieeinheiten.
Ab April werden 18 Pretesthäuser mit dem InEK zusammen das Kalkulationshandbuch für die an der Kalkulation teilnehmenden Krankenhäuser modifizieren. Bei der Kalkulation wird auch nach Aussagen des InEKs die Leistungsabbildung nach OPS maximal 30% einnehmen. 70% werden so genannte Gemeinkosten, die auch nach unserem Verständnis den wesentlichen Ressourcenverbrauch auch auf psychiatrischen Stationen und vor allem die sich nicht in Therapieeinheiten abbildenden Leistungen mit in die Kalkulation einbringen.

Der gesamte Prozess ist für alle Beteiligten Neuland und mit intensiven Diskussionen zwischen der BDK und anderen Fachverbänden, aber vor allem auch mit den Partnern der Selbstverwaltung und dem InEK, verbunden.

Das bisher Geschilderte, was alle Kliniken zurzeit bewegt und Veränderungen in Organisation, Dokumentation nach sich zieht, ist zur Vorbereitung der Kalkulation der Relativgewichte für 2013 wesentlich.
Neben diesen notwendigen Vorbereitungen sollten wir als psychiatrische Experten nicht den Blick verlieren für die über die Technokratie hinausgehenden Anreize und Chancen, die ein neues Entgeltsystem, das nicht mehr statisch ist wie die PsychPV, sondern kontinuierlich sich entwickelnd, auch für eine fachliche Weiterentwicklung bietet.
Aus diesem Grunde möchten wir die Frühjahrstagung in Wiesbaden nutzen, um erste Überlegungen und Positionierungen zur fachlichen Weiterentwicklung der klinischen psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung im Rahmen des neuen Entgeltsystems zu beginnen. Die Referenten werden aus den verschiedenen Blickrichtungen Impulse für die Weiterentwicklung der klinischen Psychiatrie aufzeigen, die uns als Diskussionsplattform für die kommende Zeit dienen können.

Im Verbandsteil der Frühjahrstagung werden wie immer auch die anderen aktuellen Themen z.B. Verhandlungsstand des Rahmenvertrages für die Psychiatrischen Institutsambulanzen Raum finden.
In eigener Sache möchte ich auf diesem Wege ankündigen, dass wir auf Empfehlung unseres beratenden Notars eine Veränderung der Satzung zur Abstimmung vorlegen. Auch steht in diesem Jahr die Wahl des Vorstandes auf der Tagesordnung.

Zum entspannten kollegialen Austausch hat unser Gastgeber, Prof. Dr. Braus schon alle Vorbereitungen getroffen. So freuen wir uns auf eine spannende Tagung in Wiesbaden.

Mit herzlichen Grüßen aus Berlin

Dr. I. Hauth

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