Hintergrund


Die Digitalisierung der klinischen Abläufe und Behandlungsformen stellt die psychiatrischen Kliniken in Deutschland vor erhebliche Anforderungen. Im europäischen und globalen Umfeld zeigt sich eine rasante Entwicklung digitaler Gesundheitsanwendungen. Im nationalen Versorgungssystem sind dagegen bisher kaum ermutigende Anwendungsfälle erkennbar, die Nutzen und Machbarkeit digitaler Anwendungen für den spezifischen Bedarf des psychiatrischen Versorgungssystems in Deutschland illustrieren. Einige ärztliche Leiterinnen und Leiter psychiatrischer Krankenhäuser haben bereits die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz digitaler Systeme beschlossen wird, ohne dass in der Klinik Informationen
oder das Ressourcenmanagement für einen solchen Implementierungsprozess existieren.

 

Ziel


Der Arbeitskreis Digitalisierung hat das Ziel, Informationen über neue digitale Informationstechnologien im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie zu sammeln und die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder bei der Implementierung neuer informationstechnischer Systeme in ihren Kliniken zu fördern. Insbesondere soll eine gemeinsame Sammlung von Erfahrungen entstehen, die Einzelne auf dem Weg zu neuen Lösungen machen. Diese Use Case und Best Practice Sammlung soll wegweisende Lösungen als Planungs- und Diskussionshilfe für die BDK-Mitglieder in ihren Kliniken vermitteln.

 

Durchführung


Der Arbeitskreis kann auch die Diskussion des Themas Digitalisierung innerhalb der BDK und im Vorstand unterstützen, indem mit Unterstützung von Experten Informationen zu bestimmten Themen
vermittelt werden. Mögliche Ansprechpartner, zu denen bereits Kontakte bestehen, sind Forschungseinrichtungen, IT-Unternehmen, staatliche Institutionen (z.B. BSI, Datenschutzbeauftragte), Vereine (z.B. Cybersicherheitsrat) sowie verschiedene Agenten des Gesundheitssystems.

Primäre Themen sind die folgenden Anwendungsgebiete:

  • Systeme zur Planung und Dokumentation der Versorgung psychischer Störungen
    Dieses Thema umfasst Krankenhausinformationssysteme (KIS) und regionale sektorübergreifende Modelle der patientenbezogenen Datenspeicherung und Verwaltung. Beispiele sind hier die Einführung der vollständig digitalen Akte in einer Klinik oder die regionale Einführung einer patientenverwalteten digitalen Akte in einer Region (z.B. Persönliche Patientenakte (PEPA)).

  • Elektronische Systeme zur Therapie psychischer Störungen
    Dies umfasst Systeme zur Diagnostik, Psychotherapie und Überwachung pharmakologischer und mobiler Behandlung. Das Thema wird gegenwärtig diskutiert unter Begriffen wie: Internettherapie, Onlinetherapie, Mobile Therapieanwendungen, VR-Therapie, Gamification, Augmented Reality, Ambient Assisted Living.

  • Informationstechnik zur Weiterbildung und Expertenkommunikation in der Therapie
    In Weiterbildungsverbünden oder spontanen Kooperationen eröffnen Webinare und mediengestütztes Selbststudium neue Wege der qualitativ hochwertigen Weiterbildung. Daneben eröffnen sich neue Möglichkeiten zur fallbezogenen Konsultation von Experten. Ein konkretes Beispiel ist die beim letzten BDK-Treffen entstandene Idee eines videogestützten Ethikkonsils.

  • Digitale Netzwerkarchitekturen, Datenaggregation und künstliche Intelligenz
    Die gegenwärtigen und zukünftigen Möglichkeiten der Datenspeicherung und Analyse eröffnen völlig neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie psychischer Störungen. Oft gehörte Begriffe wie „Big Data“ und „KI“ sollten nicht nur Schlagworte bleiben, sondern anhand konkreter Beispiele in ihrem konkreten Nutzen erkennbar werden. Wichtig ist dabei insbesondere, im Gespräch mit Experten Strategien für die zu erwartenden Veränderungen in der psychiatrischen Versorgung zu entwickeln.

Der Arbeitskreis wendet sich an die BDK-Mitglieder und ihre im Bereich E-Health bzw. Krankenhaus- IT tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Veranstaltungsformate sind neben den üblichen Arbeitskreistreffen auch neue Formate wie Webinare
und Hackathons denkbar, in denen in Gruppen konkrete Lösungsmodelle für die genannten Digitalisierungsaufgaben entwickelt werden. Dabei wenden sich die im Arbeitskreis geplanten Veranstaltungen wiederum an den gesamten Kreis der BDK-Mitglieder. Es können bei Bedarf auch Anfragen des Vorstandes zu bestimmten Fragen bearbeitet werden.

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